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Kopftuch Verbot

Published on August 24, 2012 by in Article

Das Kopftuchverbot, ein weltweit bekanntes Symbol für Islamfeindlichkeit

 

In Deutschland ist es nicht anders, wie in der Türkei; je größer die Zahl Kopftuch tragender Schülerinnen und Studentinnen, desto größer weitet sich das Kopftuchverbot aus. Wieder hat ein deutsches Gericht ein Urteil gegen das Kopftuch gesprochen. Die 2.Kammer des Verwaltungsgericht Düsseldorf hat am 05.06.07 die Klage einer Kopftuch tragenden Lehrerin unter Berufung auf das Neutralitätsgebot abgewiesen.

Laut Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts gebe eine Lehrerin, die in der Schule ein “islamisches Kopftuch” trage,  damit zu verstehen, dass sie sich zur Religion des Islam bekenne und dessen Bekleidungsvorschriften als verpflichtend erachte. Hierin liege eine bewusste, an die Außenwelt gerichtete Kundgabe einer religiösen Überzeugung.

Während die Menschheit sich immer mehr auf religiöse Werte zurückbesinnt und als eine Art Flucht aus der moralischen Leere „modernen“ Lebens, das sich im Grunde nur noch durch grenzenlosen Sex, bestialische Gewaltverherrlichung und weitverbreiteten Drogen- und Alkoholkonsum bis in die Kinderzimmer auszeichnet, begibt sich der heutige Mensch dazu, Religionen, die ihn ansprechen, zu studieren um sein Leben danach zu gestalten, versucht der moderne Staat mit allen Mitteln seine Bürger von einem religionsbewussten Leben abzuhalten. Wie kann dies langfristig besser gelingen, als über das Bildungssystem? Ein zu Neutralität verpflichteter Staat ist nicht neutral, wenn er Erscheinungsformen des täglichen Lebens aus dem Unterricht ausschließt. Genau so, wie die Lehrerin mit Kopfbedeckung damit eine an die Außenwelt gerichtete Kundgabe einer religiösen Überzeugung abgibt, genauso tut dies auch eine Lehrerin ohne Kopftuch.

Das Gericht versucht einen Anschein von Gerechtigkeit bzw. Gleichbehandlung vorzuspielen, indem auch die Symbole der christlichen oder jüdischen Religion in das Verbot einbezogen werden. Abgesehen davon, dass dies in der Praxis auf die Anhänger der christlichen oder jüdischen Religion keine Auswirkungen haben wird, darf ein in die Grundrechte eines Menschen eingreifendes Urteil nicht allein deshalb gerechtfertigt sein, nur weil es gleich ganze Religionsgemeinschaften umfasst. Wenn in dieser Gesellschaft Christen, Muslime und Juden leben, so ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die nachkommenden Generationen dieser Gesellschaft ihre Vorbilder in der Gestalt ihrer Lehrerinnen und Lehrer, Politikerinnen und Politiker, Ärztinnen und Ärzte usw. auch an ihrem Arbeitsplatz in der ihrer Glaubensrichtung entsprechenden Erscheinung erleben.

Da dies bis vor wenigen Jahren in dieser Form auch allgemein anerkannt war und erst seit einiger Zeit, seit dem die Zahl Kopftuch tragender Studentinnen immer größer geworden ist, zum Streit- bzw. Diskussionsthema geworden ist, darf man davon ausgehen, dass das Neutralitätsgebot nur ein Vorwand ist. Das Kopftuchverbot stellt sich immer mehr als gemeinsame Sprache unterdrückerischer Regime heraus. Tunesien, Frankreich, Türkei, und Deutschland sind die populärsten Beispiele. Ausgerechnet Deutschland mit seiner Erfahrung aus den Folgen des Naziregimes geht vollkommen verantwortungslos mit seinen muslimischen Bürgern um. Selbst wenn deutsche Politiker es nicht wahr haben wollen, sehen die Muslime in der heutigen Politik Parallelen zu der Vorgehensweise des Naziregimes gegenüber den Juden.

Während man damals sich dem Judenstern als Brandmarke bediente, so bedient man sich heute dem Kopftuch der Frau und dem Vollbart des Mannes, um im Umfeld das Warnsignal „Achtung, der bzw. die ist ein radikaler Muslim“zu verbreiten. In der Türkei fällt sogar das Verfassungsgericht ein verfassungswidriges Urteil, damit ein Mann, dessen Ehefrau ein Kopftuch trägt, nicht zum Staatspräsidenten gewählt werden kann. Wenn es darum geht, den Aufstieg der Muslime in die Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu verhindern, ist den demokratisch gewählten Politikern jedes Mittel recht. Je öfter man Zeuge derartiger Vorgehensweisen wird, sei es in Deutschland, in der Türkei oder anderswo, desto stärker drängt sich die Frage auf, ob „Demokratie“ tatsächlich die Herrschaft des Volkes oder in Wirklichkeit die „Täuschung“ des Volkes bedeutet.

Urteile dieser Art machen Kopftuch Tragende zur Zielscheibe in allen Bereichen des täglichen Lebens, sowohl auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Schulen, als auch in Gerichtssälen; überall bewirken diese Urteile eine Diskriminierung muslimischer Frauen und Mädchen. Dies kann eine gefährliche gesellschaftliche Entwicklung hervorrufen, deren Ausmaß und Folgen heute niemand vorherzusehen vermag. Daher ist es sehr wichtig, das Ausmaß und die bereits jetzt schon eingetretenen Folgen des Kopftuchverbotes in der Öffentlichkeit sachlich und objektiv zu diskutieren.

Allein die Tatsache, dass überall mehrere Tausend Frauen und Mädchen sich gegen das Kopftuchverbot einsetzen bzw. dadurch benachteiligt werden, ist schon Grund genug, dieses Verbot endlich aufzuheben. Bevor das Kopftuchverbot noch schwerwiegendere Auswirkungen verursacht und die hieraus resultierenden sozialen Probleme noch größer und unlösbarer werden, sollten endlich Schritte zur Lösung dieses Problems unternommen werden.Das Kopftuchverbot ist rechtswidrig, auch wenn nach dem letzten Verfassungsgerichtsurteil im Fall Fereshda Ludin viele Bundesländer entsprechende Verbotsgesetze erlassen haben, denn es verstößt gegen Grund- und Menschenrechte, die uneingeschränkt jedem ungeachtet seiner Nationalität oder Religion bzw. Weltanschauung  zustehen.Wir dürfen nicht weiter tatenlos zusehen, wie sich das Kopftuchverbot als Machtinstrument unterdrückerischer Regime verbreitet.

Daher fordern wir, Die Kommission für Frauen- und Kinderrechte der HDR die völlige Abschaffung des Kopftuchverbotes in allen Bereichen des Lebens. Das aus dem Kopftuchverbot resultierende Berufsverbot für muslimische Lehrerinnen muß unverzüglich aufgehoben weren. Allen Betroffenen muß moralischer und materieller Schadenersatz geleistet werden.

Wir Musliminnen werden niemals aufhören, durch das Tragen unseres Kopftuches Zeugnis für die göttliche Offenbarung abzulegen. Wir wünschen uns Gerichte, die der Gerechtigkeit dienen und nicht politischen Erwartungen entsprechend Recht sprechen.

Wir fordern Freiheit und Gerechtigkeit!Wir fordern die Gewährung von  Grund- und Menschenrechten für jeden Menschen ungeachtet dessen, ob er sie als Individuum allein oder als Mitglied einer Gemeinschaft wahrnehmen möchte!Wir fordern die Abschaffung des Kopftuchverbots, denn das Kopftuch gehört zu den fundamentalsten Glaubensgeboten für Musliminnen!

HDR – Frauen- und Kinderrechte – Kommission Initiative Mein Kopftuch Duisburg, 10.06.2007  12.06.2007

 
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